Thema: Kolbenlöcher

Forum: Tipps und Tricks

Autor: mecki


mecki - 3/1/2012 um 15:46

Bin gerade dabei meine SGS wieder aufzubauen. In meiner unermeßlichen "Altersweisheit" habe ich beschlossen meinem immensen und teueren Auslasskolbenverbrauch durch die Montage eines SG Zylinders etwas einzudämmen.Es steht ja die Behauptung im Raume man solle die Aussparung in der Zylinder -zwischenwand etwas vergrößern. Dadurch würde das vom Einlasskolben hochgeförderte Frischgas direkt über den Boden vom Auslasskolben streichen und selbigen abkühlen. Habe das schon mal versucht, allerdings ohne Erfolg. Versäumte dann das weiter zu verfolgen, da ich einen Mahlekolben(ja die gab es damals noch einzeln, in Austria sogar an manchen Tankstellen)um neun DM bekam.Kann mir hier irgendwer was dazu sagen?
Grüße, Mecki


[Editiert am 3/1/2012 um 15:52 von mecki]

Zollstock - 15/1/2012 um 13:02

Guten Tag Mecki,
ein Austausch des SGS-Zylinders gegen einen SG-Zylinder packt dieses Problem nicht an der Wurzel. Eine Lochschmelze im Kolbenboden, gleich welcher Art von durch Fahrtwind gekühlten Verbrennungsmotoren mit innerer Verbrennung, liegt nur, und NUR, an zu magerer Vergaser-einstellung. Andere Gründe gibt es nicht.
Also beschaffe im markenspezifischen Fachhandel je nach Vergaser ( P30/1 P31/1 P32/1) eine neue Leerlaufdüse 35 (250.1510) und 40 (250.1538). Hauptdüsen 145 (253.1509/145) und 150 (253.1509/150). Danach alte Düsen in die Tonne! Den Vergaser mit 40 und 150 bestücken!
Nach Fertigstellung des Fahrzeugs anwerfen, Schieberanschlagschraube eindrehen auf ca. 1500n min-1. Mit Leerlaufluftschraube Drehzahl auf höchstmögliche Stand bringen und Schraubenstellung merken, mit Schieberanschlagschraube Drehzahl auf ca. 1000n min-1 erniedrigen. Vorgang wiederholen. LLL-Schraubenstellung vergleichen, wenn ca. identisch Leerlaufluftschraube noch ¼ Umdrehung einschrauben. Sie muß dann noch mindestens ¼ Umdrehung einschraubbar sein aber nicht über 1½ Umdrehungen sonst kleinere Leerlaufdüse verwenden. Vergaser am Gasgriff aufreißen – Motor muß beim hochdrehen ohne Vergaserpatschen und sonstige Macken folgen. Sollte die Maschine im Fahrbetrieb mit der großen Hauptdüse lahm und träge beschleunigen zuerst Zündanlage instand setzen, mit Erneuerung des Zündkabels und Kerzenstecker (nicht entstört – nur für TÜV-Prüfung entstört), Zündspulenleitungen 1 und 15 an beiden Kabelenden, wo erforderlich, mit Lötösen oder gekrimpten Aderendhülsen versehen, Unterbrecherkontakte instand setzen, für einwandfreie Masseverbindung des Lima-Gehäuses sorgen, weil bei fetter Vergasereinstellung der Zündspannungsbedarf ansteigt, da wird jedes kV gebraucht. Es ist zu versuchen den Kontaktabstand der Zündkerze auf 0,9...1mm zu vergrößern. Der Zündzeitpunkt ist auf 8,5 mm vor OThK einzustellen, dies ist nicht mehr über den Schlitz in der Kurbelwelle möglich sondern muß mit einer Meßuhr erfolgen. Der Motor darf bei nachlässigem betätigen des Kickstarters durchaus zurückschlagen oder bei ganz geringer Leerlaufdrehzahl plötzlich rückwärts laufen.
Mit getrennter Mail gehen dir noch Unterlagen zu.
Grüße Zollstock

mecki - 16/1/2012 um 21:47

Hallo Zollstock, möchte mich herzlich bei Dir bedanken. Du verstehst ja richtig was von der Sache. Freut mich riesig dass die Doppelkolbenfraktion noch nicht ausgestorben ist.Werde mich bald an das Schrauben machen nach deinen Vorgaben. Allerdings im ungeheizten Schuppen. Unter 0° will ich nicht daran gehen. Übrigens habe ich nicht mehr die Puch Norisanlage montiert sondern eine 12V Vape. Obwohl der Funke gar keinen fetten Eindruck macht ist sie dem Orginal weit überlegen und hat jetzt Strom im Überfluss den ich mit meiner 25 Watt Biluxlampe und 5Watt Rücklicht überhaupt nicht aufbrauchen kann. Werde jetzt an solchen Luxus wie ein Stopplicht denken.Sollte bei Dir der Reichtum ausbrechen kann ich die nur wärmstens empfehlen.Vermute dass die auch den von Dir vorgeschlagenen Zünkerzenabstand locker überbrückt. Frage, kennen wir uns eigentlich, warst Du bei Heinz seinem schönen Treffen in Niederkrüchten oder in NL? Wie dem auch sei ich werde weiter davon berichten, schon damit wieder etwas Leben ins Forum kommt. Nachdem ich nun weiß dass Du ein flotter Schreiber bist möchte ich Dich zum guten Schluss noch darum bitten hier auch mal was zur Forumsbelebung beizutragen .Stelle deine Puchs hier vor oder Berichte über deine Ausfahrten, deine Puchfreunde, wie Du zur Puch gekommen bist u.s.w. u.s.w.......
Grüße, Mecki

Entschuldige natürlich kennen wir uns, nur der Zollstock hat mich durcheinandergebracht und das blöde Wort " JUNIOR MEMBER " dachte da an einen Jungspund. Da müssen wir mal mit unserem Häuptling JÜRGEN ein ernstes Wort reden. Der kann uns doch in unserem Alter nicht als Jünglinge abstempeln!


[Editiert am 16/1/2012 um 22:05 von mecki]

mecki - 24/5/2012 um 12:22

Nächste Woche geht es zum TÜV. Meine Erstzulassung war 1954. Wie laut dürfen die hochgezogenen Burgess denn sein. Im Schein steht Standgeräusch 82D. Soll ich noch einige Topfkratzer reinpacken oder den Einsturz des Prüfhallendaches riskieren?

Zollstock - 25/5/2012 um 22:44

Guten Abend Mecki,
um die Lautstärke muß du dir keine Sorgen machen. Noch 1956 wurden Maschinen vom Werk (in Freilassing komplettiert, und dort auch der KFZ-Brief ausgestellt) ausgeliefert welche mit Absorptionsschalldämpfern (Burges-) versehen waren. Du verwendest hoffentlich beide Zündkerzenstecker in entstörter und mit Blechmantel umhüllter Ausführung welche nach der Abnahme der Maschine gegen nicht entstörte ausgetauscht werden.
In rechtlicher Hinsicht besteht für derartige Fahrzeuge Bestandsschutz. Hierauf sollte auch bei Beanstandungen seitens der abnehmenden Person bestanden werden. Sollte es hart auf hart zugehen kann durchaus erwähnt werden, daß man eine richterliche Nachprüfung (Klage) in Betracht zieht.
Jetzt noch etwas zur Technik!
Hochgezogene Auspuffrohre bei einer SGS heizen den Vergaser auf und können die Gemischbildung verändern. Absorptionsschalldämpfer wurden nur bei verlängerten Steuerzeiten (andere Schlitzabmeßungen) verwendet. Bei normalen Steuerzeiten erhöhen sie nur das Auspuffgeräusch und bringen die Vergasereinstellung durcheinander. Das Auslassende der Abgasanlage erzeugt einen Unterdruckstoß zum Auslasschlitz hin von ca. 20°Kurbelwinkel. Kommt der Stoß noch vor „Auslaßschlitz schließt“an, saugt er Frischgas aus dem Zylinder und das Benzin-Luftgemisch wird abgemagert und geht bei längeren Vollgasfahrten mit Kolbenklemmern einher.
Ich hoffe du machst dir darüber ein paar Gedanken.
Grüße Zollstock.

mecki - 8/6/2012 um 10:26

Hallo Zollstock, vielen Dank für deine Antwort, aber alles Nachdenken hilft nichts, mit serienmäßiger tiefliegender Auspuffanlage ist die Puch, rein optisch und geräuschmässig gesehen, eigentlich ein stinklangweiliger Zweitakter.Übrigens habe ich jetzt einen SG Zylinder montiert streng serienmässig mit Serienkopf ohne dicke Fussdichtung und ohne gekürzte Kolben und was meine Fahrweise angeht lauter gute Vorsätze gefasst. Zu meinem Entsetzen stellte es sich nun heraus dass der hochgezogene Krümmer nicht an der Schwimmwerkammer vorbei geht. Jetzt fällt mir nur noch ein anderer Vergaser mit Zentralschwimmer ein. Hast Du mir eventuell einen Vorschlag?
Gruß, Mecki


[Editiert am 8/6/2012 um 10:35 von mecki]

Zollstock - 9/6/2012 um 17:03

Guten Tag,
über den Ersatz von Originalvergasern gegen Zentralschwimmervergaser sind bei mir keine Kenntnisse vorhanden.
Grüße Zollstock

Dieses Thema kommt von : Euro-Puch-Forum
http://www.puchclub-hamburg.de

URL dieser Webseite:
http://www.puchclub-hamburg.de/modules.php?name=eBoard&file=viewthread&fid=3&tid=74